Person

Ausbildung

Geboren wurde ich am 15. November 1969 in Mainz, wo ich, ebenso wie in Heidelberg, Klassische Archäologie, Lateinische Philologie und Alte Geschichte studiert habe. Die Magisterprüfung habe ich im Jahr 1995 in Mainz abgelegt. Bereits während des Studiums arbeitete ich im damaligen Amt Mainz der Abteilung Archäologie im Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz und habe archäologisch-denkmalpflegerischen Alltag in der Teilnahme an Ausgrabungen in Mainz, Archivarbeiten sowie Materialbearbeitungen kennengelernt.

Dadurch veranlasst habe ich mein Promotionsstudium im Fach Geschichte und Kultur der Römischen Provinzen in Frankfurt am Main absolviert. Ich war dort Stipendiatin im Graduiertenkolleg Archäologische Analytik und wurde  im Jahr 2000 in Frankfurt mit einer wirtschaftsgeschichtlichen Arbeit promoviert. Es war die erste systematische Erfassung und Erklärung der an einem wichtigen Ort im römischen Deutschland (Mainz als Hauptstadt der Provinz Obergermanien, Statthaltersitz und Standort zweier Legionen) gefundenen mittelmeerischen Transportbehälter.

Im Anschluß war ich Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin verschiedener Forschungsprojekte an Institutionen im In- und Ausland, wobei ich zunächst aufeinander aufbauende wirtschaftshistorische Fragen verfolgt habe. Methodische Überlegungen zum Umgang mit Müll standen in meiner Habilitationsschrift im Vordergrund.

Die Frage nach dem Risiko, Inschriften und die Kommunikation mit den Göttern

Im mündlichen Verfahrensteil meiner Habilitation, mit dem mir in Frankfurt 2009 die venia legendi für das Fach Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen verliehen wurde, habe ich erstmals ein neues Forschungsfeld für die Altertumswissenschaften skizziert: die inhaltlich wie methodisch an sozialwissenschaftlichen Studien orientierte Frage nach der Wahrnehmung und Handhabung von Risiken in der Antike und ihrem Niederschlag in den Quellen.

Die Aufbereitung der Grundlagen dieses Forschungsgebietes sowie erste Studien, die die thematische Vielfalt und interdisziplinären Anknüpfungspunkte des Risikofeldes z.B. mit der Rechtsgeschichte, Volkskunde, Religionswissenschaft, Medizin oder bildenden Kunst zeigen, bilden seither einen Schwerpunkt meiner Arbeiten, die mich an Universitäten in Columbus und Boston, nach Wien, zur Forschungsstelle der Année Épigraphique nach Paris sowie  nach Heidelberg geführt haben.

Eine von mir stets besonders intensiv herangezogene Quellengruppe ist die der lateinischen Inschriften. Neben Editionen, wie jener der Inschriften aus Albanien, interessieren mich für bestimmte Regionen, Zeiten und Personengruppen typische Redewendungen, die spezifischen Mentalitäten Ausdruck verleihen. Eng damit verknüpft sind meine Arbeiten, die danach fragen, wie Menschen mit antiken Göttern kommunizierten. Ein besonderes Interesse gilt Votivpraktiken, die ich diachron betrachte und deren Verständnis sehr aus den Vergleichen mit den Ausprägungen von Votivverhalten in der Frühen Neuzeit profitiert.

Aktuell

Seit Juni 2018 leite ich die Arbeitsstelle des Vorhabens Corpus Inscriptionum Latinarum CIL an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Kurzvita

Ehmig, Ulrike (Jg. 1969), Dr. phil., Studium der Klassischen Archäologie, Lateinischen Philologie und Alten Geschichte in Mainz und Heidelberg. Promotion 2000 im Fach Geschichte und Kultur der Römischen Provinzen und Habilitation 2009 an der Universität in Frankfurt am Main. Venia legendi für das Fach Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen. Seit 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin zahlreicher Forschungsprojekte im In- und Ausland, zunächst vorwiegend im Bereich der Wirtschaftsgeschichte, seit 2010 schwerpunktmäßig mit Studien im Bereich der lateinischen Epigraphik sowie Fragen zur Wahrnehmung und Handhabung von Risiken in der Antike befaßt. Seit Juni 2018 Leiterin der Arbeitsstelle des Corpus Inscriptionum Latinarum an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Ein ausführlicher aktueller Lebenslauf steht als PDF-Datei zur Verfügung.